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Kulturschock/quoting Oswald Schwemmer: Kulturphilosophie
Medium und Symbol: Die Vollständigkeit der Sprache [...]Was bei bildhaft-konkreten Symbolen, insbesondere bei Kunstwerken, uns als eine selbstverständliche Charakteristik erscheinen mag – nämlich dass sie in sich selbst einen Sinnzusammenhang präsentieren, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht und nicht nur als Verweis auf etwas anderes weiterleitet -, dies bleibt bei symbolischen Konfigurationen, die innerhalb von Systemen schematisch-abstrakter Symbole gebildet werden, eher verdeckt. Als Konfigurationen von Elementen eines Systems, verweisen sie auf im Prinzip UNBEGRENZT viele Konfigurationen in eben diesem System, und sie würden ohne diese Verweise nicht einmal selbst in ihrer eigenen Identität erkennbar, als sprachliche Fügungen nicht einmal verständlich werden. Jeder sprachliche Ausdruck, den wir bilden, jeder Satz, den wir sagen, ist nur als Ausdruck, als Satz einer bestimmten Sprache verständlich. Dies wird auch nicht dadurch widerlegt, dass wir manchmal einen Ausdruck, einen Satz einer anderen Sprache auch dann – allerdings nur im groben Umriss des Gemeinten – verstehen, wenn wir die Sprache selbst noch nicht oder nur in ihren Anfängen beherrschen. Ist ein solches fremdsprachliches Verständnis Fall, in dem wir überhaupt einen sprachlichen Ausdruck, einen Satz verstehen, gehört die Verweisung auf das Ganze einer Sprache, d.h. auf eine offene Menge anderer Ausdrücke dieser Sprache, zu den grundlegenden Bedingungen dieses Verstehens.
Medium und Symbol: Geschlossenheit der Sprache Gleichzeitig ist zu sehen, dass durch diesen Verweisungszusammenhang das Verbleiben innerhalb der Grenzen der Sprache nicht mehr als eine hinderliche Einschränkung der Ausdrucksmöglichkeiten und -absichten erscheint. Denn da nicht nur die Verweisungsmöglichkeiten, sondern auch die Möglichkeiten zur Bildung solcher Ausdrücke im Prinzip unbegrenzt sind, richten sich ja für unsere sprachliche Artikulationstätigkeit keine Grenzen auf. Wir können jederzeit und überall über alles reden oder auch schreiben und dies in einer immer neuen oder auch nur anderen Weise.
Mit dieser INTERNEN UNBEGRENZTHEIT der sprachlichen Artikulation wird nicht nur die eine Begrenzung auf sprachliche Artikulation verdeckt, sondern es entsteht ein darüber hinaus auch eine dieser Artikulation immanente Tendenz auf diese Begrenzung. Die jederzeitige Möglichkeit, etwas auch anders zu sagen und über anderes etwas zu sagen, mindert die Motivation, im Vollzug unserer Weltorientierung überhaupt etwas anderes zu tun als etwas zu sagen. Die Welt unserer Reden und Texte schließt sich dann zu einem eigenen Reich lückenlos miteinander verflochtener Artikulationsmöglichkeiten zusammen, dessen Grenzen schon darum nicht in den Blick geraten, weil sie durch immer neue Artikulationen jederzeit verchoben werden zu können scheinen. bestimmt.
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